Unsere Alte Apotheke

 

Seit 1868 ein wechselvolle Geschichte

Schon vor 1868 bestand in Sittensen die Zweigstelle der Apotheke in Zeven und wurde vom Apotheker Drewes geleitet. 1868 erhielt der Apotheker Söldner die Konzession für Sittensen. Er starb im Jahr 1873. Seine Frau ließ die Apotheke verwalten, weil der Sohn eigentlich auch Apotheker werden wollte. 1877 wurde die Apotheke an Herrn Rudolf verkauft. Dieser erfüllte den Kaufvertrag jedoch nicht und Söldner ließ die Apotheke durch Apotheker Columbus verwalten.  Noch im selben Jahr kaufte der Apotheker Adalbert Müller aus Wiedensahl (Stadhagen-Hannover) die Apotheke. 

Nach 10 Jahren verkaufte Müller die Apotheke an H.W. Drape aus der berühmten Engel - Apotheke in Hamburg. Als H.W. Drape Verwalter der Rats-Apotheke in Hannover wurde, verkaufte er 1890 die Sittenser Apotheke an den Apotheker Amandus Gerdts für 41.000 Mark. Das alte Apothekerhaus stand bis zu diesem Zeitpunkt unmittelbar an der Oste.  Amandus Gerdts erbaute um die Jahrhundertwende die jetzige Apotheke. 1897 wurde das repräsentative Haus mit den vielen schönen Giebeln fertiggestellt.

Nach 40jähriger Tätigkeit verstarb Gerdts. Die Erben verpachteten die Apotheke an Gertrud Theopold.

001 Gertrud Theopold mit Sittenser Kinde

Das Foto entstand ca. 1935 im Garten der Apotheke.

Gertrud Theopold hat dort regelmäßig kleine Feste für Sittenser Kinder veranstaltet.

Auf dem Foto sind zu sehen:

vordere Reihe: Irene  Rakebrandt, Fritz Kruse, Thea Reineward

mittlere Reihe: Gisela Burgdorf, Carl-Heinz Hillert, ?, Heinrich Kruse, ?, Helen Hillert

hinten: Gertrud Theopold

Gerdts Tochter Herta, geb.18.11.1898, heiratete Dr. W. Klindworth aus Vierden (Heitmanns Hus )  und sie wohnten dann in der Sittenser Apotheke. Deren verwitwete Tochter Ilse Albers, geb. Klindworth,  hatte in der 2. Ehe den Apotheker Helmuth Kluck geheiratet. 1947 kaufte der Apotheker Helmuth Kluck das Anwesen und modernisierte die Räumlichkeiten in den folgenden Jahren. H. Kluck, gab der Apotheke den  Namen des Wappentieres seiner Heimat. Das Haus wurde schnell als "Greifen-Apotheke" in der Börde bekannt. 

1955 wechselte der Besitzer erneut. Dr. Arnold West siedelte aus Clausthal-Zellerfeld nach Sittensen um. Er kürzte den Namen in "Greif" und zog, wie es hieß, aus persönlichen Gründen, nach 7 Jahren wieder fort.

1962 hatten sich die Apothekerin Ursula Kuthe und ihr Ehemann entschlossen, aus Hamburg auf das Land zu ziehen. Die Familie Kuthe führte bis 2005  die Sittenser Greif-Apotheke. Im selben Jahr übernahmen die Eheleute Kläber die Apotheke. 2013 zog die Greif-Apotheke in das neue Ärztezentrum in der Stader Straße.  Das alte Haus am Markt wurde 2015 von der Gemeinde gekauft und dient seither als Flüchtlingsunterkunft.

Es wäre wünschenswert, das geschichtsträchtige Haus im historischen Kern der Börde Sittensen zu erhalten und wieder mit Leben zu füllen.

Quellen:

Hermann Hink,Heidorn

Quelle: Zeitungsartikel v. 1997, 100 Jahre Greif-Apotheke

Helga Hink, Sittensen

Grafik_Kalender_Apotheke_1987.JPG

Kalender 1987 zum 50 jährigen Geschäftsjubiläum der Volksbank

Sittensen mit Autogramm des Künstlers Christian Probst.

Der Kalender enthält Kohlezeichnungen mit Motiven

aus der Börde Sittensen.

Die Ansicht des Sittenser Marktplatzes mit der Alten Apotheke und dem Henkis Haus hängt gerahmt in vielen Wohnzimmern Sittenser Bürger.

Alte Apotheke Podcast
00:00 / 03:00

Eingelesen von Andrea Burfeind